Objekte, Dinge, Artefakte
Inst. für Soziologie der TU Dresden, Seminar
WS 2006-07 Ort: FAL 232, Mittwoch, 6. DS
Kommentar:
Die Soziologie hat in ihrer Gründungsphase ihren Gegenstand vornehmlich gegen die Welt der Objekte abgegrenzt: So stellte Emile Durkheim die Regel auf, daß die „faits sociaux“ wie Dinge betrachtet werden müßten. Die Durkheimsche Soziologie verfährt insofern objektivierend, als sie die Methodik der Naturwissenschaften übernimmt und sie auf den Bereich des Sozialen anwendet. Die „Dinge“, auf die sie sich bezieht, sind dann jedoch soziale und keine materiellen Objekte. Demgegenüber haben verschiedene frühe Soziologen an die bereits von Marx gemachte Beobachtung angeknüpft, daß die mit der Entstehung des Kapitalismus vollzogene Verwandlung der Gebrauchsdinge in Waren problematische soziale Folgen habe; Georg Lukács hat dafür den Begriff der Verdinglichung sozialer Verhältnisse geprägt. Gegenüber solchen methodologisch oder normativ von einer „reinen Sozialwelt“ ausgehenden Ansätzen sollen im Seminar unterschiedliche soziologische Perspektiven betrachtet werden, welche von einer grundlegenden Bedeutung von gemachten Dingen (Artefakten) bzw. der Sachkultur für die Soziologie ausgehen.
Seminarplan
Literatur zur Einführung:
Wolfgang Eßbach: Antitechnische und Antiästhetische Haltungen in der soziologischen Theorie, in: A. Lösch/D. Schrage/D. Spreen/M. Stauff (Hg.): Technologien als Diskurse. Konstruktionen von Wissen, Medien und Körpern, Heidelberg 2001, S. 123-136. (Kopiervorlage im Sekretariat des Instituts für Soziologie).