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Emile Durkheim - Lektüren

Inst. für Soziologie der TU Dresden, Seminar

WS 2007-2008  Ort: FAL 232, Mittwoch - 5. DS

Kommentar im Vorlesungsverzeichnis:

Émile Durkheim ist einer der Gründer des Faches Soziologie. Einerseits ist Durkheim bestrebt, die Besonderheit des soziologischen Zugriffs von anderen, etwa dem der Psychologie abzugrenzen; sucht man nach dem Selbstverständnis der Soziologie, so findet man bei Durkheim eine erste selbstbewußte Formulierung der Soziologie als Wissenschaft. Andererseits sind die Probleme, mit denen sich Durkheim beschäftigt und an denen er die Besonderheit des soziologischen Zugriffs deutlich macht, keineswegs überwunden oder "gelöst"; hier ist insbesondere das von ihm geprägte Konzept der Anomie zu nennen, das in der Soziologie weiterhin prominent ist. So wird bei Durkheim eine Perspektive auf moderne Gesellschaften entworfen, die – wenn auch in Teilen kritisierbar oder zu modifizieren – nach wie vor erhellend sein kann. Im Seminar werden ausgewählte Kapitel aus Émile Durkheims Hauptwerken "Über soziale Arbeitsteilung", "Die Regeln der soziologischen Methode", "Der Selbstmord" und "Die elementaren Formen des religiösen Lebens" gelesen. Ziel ist es, Durkheims klassischen soziologischen Theorieentwurf durch vorbereitende Lektüre (zu Hause!) und Diskussion im Seminar zu erschließen, damit einen Überblick über zentrale soziologische Gegenstände und Problematiken zu gewinnen und Strategien der Lektüre, des Verständnisses und der argumentativen Diskussion wissenschaftlicher Texte zu entwickeln.

Anmeldung
Bitte schicken Sie mir zwischen dem 1. und dem 4.10.2007 eine E-Mail mit Angaben über Ihre Studiensituation (Semesterzahl, Haupt-/Nebenfächer), Vorkenntnisse in den soziologischen Theorien sowie über Ihre besonderen soziologischen Interessen. Bitte schildern Sie auch, welche Erwartungen Sie bezüglich des Seminars hegen. Bitte melden Sie sich nicht vor diesem Zeitraum an, da viele frühe Anmeldungen erfahrungsgemäß später zurückgezogen werden. In der ersten Sitzung werden alle weiteren Modalitäten geklärt.,

Zum Ablauf der Sitzungen:

Alle Teilnehmer haben den Text der Sitzung gelesen. Eine Diskussionsvorbereitung (Kurzrefererat) ruft den Argumentationsgang des Textes in Erinnerung, stellt Bezüge zu vorhergehenden Sitzungen her und arbeitet Problemstellen heraus. In der Diskussion werden solche Problemstellen sowie weitergehende Einordnungen und möglicherweise Kritikmomente diskutiert. Die Produktivität dieses Lektürekurses ist nur dann gewährleistet, wenn die Teilnehmer vorbereitet sind.

Literatur zur Vorbereitung

Müller, Hans-Peter: Emile Durkheim, in: Dirk Kaesler (Hg.): Klassiker der Soziologie, Bd. 1: Von Auguste Comte bis Norbert Elias, München 2000, S. 150-170.

Halbwachs, Maurice: Die Lehre Emile Durkheims, in: ders.: Theorie und Methode. Ausgewählte Schriften Bd. 5, herausgegeben v. Stephan Egger, Konstanz 2001, S. 11-83.

Luhmann, Niklas: Arbeitsteilung und Moral. Durkheims Theorie, in: Durkheim: Arbeitsteilung (s.o.), S. 19-38.

König, René: Emile Durkheim: Der Soziologe als Moralist, in: Dirk Kaesler (Hg.): Klassiker des soziologischen Denkens, Bd. 1: Von Comte bis Durkheim, München 1976, S. 312-364.